Anna Anders, Hauptwäsche, 2000 Videoobjekt, Holzkasten mit Fernsehmonitor, 60 x 55 x 60 cm © 2016 VG Bild-Kunst, Bonn

Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf.

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28 Künstlerinnen nehmen im Kunstmuseum Mülheim die veränderte Rolle der Frau in Küche und Heim in den Blick und konterkarieren mit viel Humor und Ironie, was sich hier teilweise so abspielt.

Anna Anders, Hauptwäsche, 2000, Videoobjekt, Holzkasten mit Fernsehmonitor, 60 x 55 x 60 cm, © 2016 VG Bild-Kunst, BonnNoch bis 21. August präsentiert das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr die Arbeiten von 28 Künstlerinnen, die sich mit der weiblichen Rolle in Haushalt, Familie und Partnerschaft auseinandersetzen. «Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf» war bislang im Museum im Kulturspeicher Würzburg und in den Kunstsammlungen Zwickau/Max-Pechstein-Museum zu sehen. Nach Mülheim ist die Ausstellung in der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen und im Staatlichen Textil- und Industriemuseum in Augsburg zu sehen.

Videos, Installationen, Fotografien, Objekte, Gemälde und Zeichnungen geben provokante, witzige oder zum Nachdenken anregende Antworten auf die Frage, wie wir heute die Frau und ihre Rolle in Haus und Haushalt verstehen. Welche Bedeutung hat die Arbeit in der Küche, den vier Wänden, für die Familie heute? Und wer erledigt sie in der Hauptsache? Ist Haushalt lästige Pflicht oder vielleicht auch Vergnügen? Öffnet sich hier vielleicht sogar ein individueller, eigenmächtiger Gestaltungsraum als Flucht vor den Anforderungen einer turbo-kapitalistischen Gesellschaftsordnung?

Dorothee Golz, Unteilbare Zweisamkeit, 2004, Installation, Eisen, Gips, Holz, Lack, 95 x 98 x 75 cm, Courtesy: Galerie Charim, © 2016 VG Bild-Kunst, Bonn„Comeback der Hausfrau“ titelte das Magazin „Der Spiegel“ im März diesen Jahres: Eine wachsende Zahl von Akademikerinnen entscheidet sich in Deutschland wieder für Heim und Herd und verzichtet dafür auf die berufliche Karriere. Rückkehr zu alten Geschlechtermodellen? In den 1970er- und 1980er-Jahren haben Künstlerinnen diese Machtverhältnisse und Strukturen teils mit radikalen Mitteln hinterfragt und Veränderungen eingefordert. Gibt es wirklich einen Trend zurück?

Die Künstlerinnen, die sich heute mit diesem Thema beschäftigen, sind: Anna Anders, Astrid Bartels, Monika Bartholomé, Jutta Burkhardt, Barbara Deblitz, Alba D'Urbano, Anke Eilergerhard, Maria Ezcurra, Kerstin Flake, Dorothee Golz, Mona Hatoum, Andrea Isa, Suscha Korte, Susanne Kutter, Alexandra Kürtz, Ori Levin, Rosa Loy, Inge Mahn, Katharina Mayer, Alice Musiol, Gabriela Oberkofler, Pipilotti Rist, Ulrike Rosenbach, Silke Schatz, Caroline Streck, Rosemarie Trockel, Diane Welke und Barbara Wrede.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Die Kuratorinnen sind Dr. Ina Ewers-Schultz und Dr. Martina Padberg.

www.kunstmuseum-mh.de

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