Das Haus 2017 auf der imm cologne - Todd Bracher - Foto: Koelnmesse GmbH - Harald Fleissner

Die Essenz des Wohnens

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Was brauchen wir zum Wohnen? Dieser Frage ging beim diesjährigen Messedoppel imm cologne und LivingKitchen der New Yorker Designer Todd Bracher nach. Bracher versuchte, auf sinnliche wie intellektuelle Weise deutlich zu machen, welche Bedürfnisse im täglichen Leben wirklich essentiell sind und wie man sie in einer zeitgemäßen Wohnform zusammenfassen kann.

Das Design-Format „Das Haus – Interiors on Stage“ präsentiert jedes Jahr auf der Kölner Möbelmesse neue, persönliche Wohnvisionen von richtungweisenden Kreativen aus aller Welt. Im letzten Jahr präsentierte der deutsche Designer Sebastian Herkner ein rundes, nur von fließenden Stoffen, sehr offen gehaltenes Konzept voller Farben, Düfte, Haptik und gustatorischen Genüssen.

Der New Yorker Designer Todd Bracher stellte auf der diesjährigen imm cologne seine Vision von „Das Haus – Interiors on Stage“ vor (Foto: Koelnmesse GmbH -Lutz Sternstein)Todd Brachers Vision beschränkte sich dagegen auf das Notwendigste. Der traditionellen Raumabfolge X-Zimmer-Küche-Diele-Bad stellte der Designer das Konzept einer 3-Zonen-Wohnung gegenüber, in der die wichtigsten Funktionen zu jeweils einem Raum verschmolzen: einem Raum, um sich mit allem zu versorgen, was der Mensch zum Leben braucht; einem Raum der Ruhe und des Rückzugs und einem nach draußen verlegten Raum für die Hygiene, in dem man nicht nur sich selbst, sondern auch der Natur begegnet.

Brachers Wohninstallation war ein klar umrissenes Gebäude mit zwei schmalen Eingängen zu einem von halbtransparentem Stoff (Création Baumann) umspannten Gebäude mit schwarzem Anbau-Kubus. Im Inneren befand sich ein hoher, von Regalen eingefasster Raum mit hellem, von Holz dominiertem Wohnambiente, in dem alles zu finden war, was der Mensch für seine Entwicklung braucht: Nahrungsmittel, Bücher, Kochutensilien, Exponate zum Naturstudium, Erinnerungsstücke, Kunst, wissenschaftliche Instrumente, Spielzeug, Werkzeuge.

Nichts Überflüssiges im Haus: Todd Brachers abstrakter Entwurf, der zu neuen Wohnformen inspiriert (Foto: Koelnmesse GmbH - Constantin Meyer, Köln)In der Raummitte stand eine riesige Tafel – eine sieben Meter lange, eigens von Ceasarstone für „Das Haus“ gefertigte Kücheninsel aus Quarz-Arbeitsplatten in der Farbvariante Sleek Concrete –, bestückt mit Todd Brachers Alodia-Hockern (Cappellini) und einer Reihe seiner Dome Lamps (Mater), die Assoziationen an eine Bibliothek wecken: ein Raum, gedacht, um hier die Welt zu entdecken.

Der Favorit der Besucher war der Ruhe-Raum, in den man durch einen leicht abschüssigen, dunklen Korridor gelangte. Die hölzernen Wände – vorher noch hell und freundlich – waren hier geschwärzt und schluckten Lärm und Licht des Messetrubels. Weil Todd Bracher findet, dass das Bedürfnis nach Ruhe über das bloße Schlafen hinausgeht, standen hier für die Messebesucher Möbel zum Ausruhen, Nachdenken und Tagträumen bereit.

Todd Bracher freute sich über das positive Feedback, das er in Köln auf der imm cologne 2017 erfuhr: "Die Organisatoren wie auch die Besucher wussten es zu schätzen, dass es hier weniger um Möbel geht als um eine Idee, darum, über zeitgenössische Wohnformen nachzudenken."

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