Herbert Hirche, Musterwohnung im Haus Pierre Vago, Internationale Bauausstellung Berlin 1954, Foto: Foto-Kessler, Werkbundarchiv – Museum der Dinge Berlin

Was ist heute noch modern?

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Vieles davon ist noch heute angesagt, nur das Verständnis von Küche als rein funktionale Arbeitsküche nicht: Die Sonderausstellung „Gern modern?“ – Wohnkonzepte für Berlin nach 1945 im Werkbundarchiv – Museum der Dinge zeigt Bauhauskonzepte für die Inneneinrichtung.

Herbert Hirche, Musterwohnung im Haus Pierre Vago, Internationale Bauausstellung Berlin 1954, Foto: Foto-Kessler, Werkbundarchiv – Museum der Dinge BerlinBaukastenmöbel, Baukastenküche – der dramatische Bedarf nach 1945 an Wohnungseinrichtung sollte damals schnellstmöglich über eine Normung, Typisierung und Standardisierung in Entwurf und Produktion gedeckt werden. Auch Professoren wie Herbert Hirche wurden damit beauftragt, Prototypen zu entwickeln. Die aktuelle Ausstellung „gern modern?“ im Berliner Werkbundarchiv – Museum der Dinge zeigt Einrichtungskonzepte und Prototypen, die damals von Akteuren des deutschen Werkbunds entwickelt wurden.

Objekte und Dokumente aus den eigenen Sammlungen und zahlreiche Leihgaben vermitteln ein facettenreiches Bild dieser Initiative. Zu sehen sind Architekturmodelle und Möbel, Plakate, Pläne und Zeichnungen, historische Filme und Fotos sowie Schulkisten und ein Baukasten aus der Berliner Wohnberatungsstelle.

Frankfurter Küche im Werkbundarchiv - Museum der Dinge BerlinDas Museum zeigt auch ein Modell der Frankfurter Küche, wie sie 1926 von Margarete Schütte-Lihotzky entworfen und 10.000-fach in verschiedenen Varianten in den Frankurter Siedlungen eingebaut wurde. Die Typisierung ermöglichte zum einen die Reduzierung der benötigten Grundfläche, zum anderen eine serielle Fertigung und damit die Senkung der Herstellungskosten.

Die Frankfurter Küche orientierte sich an den Speisewagenküchen der Eisenbahn, wurde auf der Basis tayloristischer Arbeitsabläufe geplant und war rationell und funktional gestaltet. Sie sollte als reine Arbeitsküche in Verbindung mit einem durch eine Schiebetür abtrennbaren Wohn-/Esszimmer genutzt werden, ein Küchenverständnis, von dem sich die aktuelle Küchenplanung deutlich unterscheidet.

Das Museum der Dinge bietet im Zeitraum der Sonderausstellung „gern modern?“ interessante Workshops zur Einrichtungsplanung an. Da werden Hängeleuchten konstruiert oder gemeinsam überlegt, wie man auch bei wenig Platz in einer Wohnung Arbeit und Freizeit deutlich voneinander trennen kann. Aktuelle Termine jeweils auf dem Blog. Öffnungszeiten der Ausstellung in der Oranienstraße 25 hier.

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