Luxusküche: 40 Quadratmeter Massivholzküche vom Allerfeinsten

Immer lieber: Küche mit gehobener Ausstattung

Mercedes in der Einfahrt? Bedeutungslos! Das Auto als wichtigstes Statussymbol? Schnee von gestern! Heutzutage stehen Crossrad und E-Bike in der Garage, AboKiste und Laufschuhe aus Recycling-Material vor der Tür. Denn: Wer in dieser Zeit was auf sich hält, konsumiert sichtbar umweltbewusst und lebt gesund.

Kein anderer Raum innerhalb des eigenen Zuhauses verkörpert diesen Lebensstil ausgeprägter als die Küche. Ihre Einrichtung ist seit jeher Attribut eines vorbildlichen Haushalts, in Zeiten von Green Thinking umso mehr Ausdruck des Wohlstands. Um die 10.000 Euro gibt man heute für eine neue Küche aus, doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Kochbegeisterte investieren laut Gfk Konsumforschung auch 30.000 Euro und mehr.

Ergebnis: Der monofunktionale Backofen wird ausgemustert. Sein Nachfolger: Profi-Gasherd mit sechs Kochstellen oder Kombi-Dampfgarer. Letzterer kann backen, grillen, dämpfen, mit Heißluft garen, aber auch alles miteinander kombinieren. Selbst in kleinen Küchen werden luxuriöse Geräte eingebaut. Daneben steht die perfekt angepasste Ergonomie im Fokus: höhenverstellbare Möbel, tiefergelegte Spüle, taillenhoch eingebauter Geschirrspüler.

Natürlich gibt es auch die Prunkküchen, die nur zum Repräsentieren und Aufbewahren dienen. Selbst das beweist: Die Küche ist das neue Statussymbol. Dabei muss man ihr gar nicht unbedingt ansehen, dass sie teuer war: Massivholzmöbel sind für den Laien von hochwertigen Furnieren oft kaum zu unterscheiden. Der hochpreisige Kühl-Gefrier-Schrank verbirgt sich vollintegriert hinter grifflosen Küchenfronten.

Küchen können viel mehr als L oder U

Küchendesigner und -planer haben die Küche aus ihrer konservativen Prägung wie L-Form und Küchenzeile befreit. Ob runde Küchen nach italienischem Designvorbild, ausgefallene Oberflächen oder komplett zum Verschwinden gebrachte Gerätschaften: In Wohnungen mit offenem Wohn- und Kochbereich ist es essenziell, die Küche an das innenarchitektonische Konzept anzupassen.

Die meisten Neubauten geben den Wohnküchengrundriss schon vor. Andere planen gerade, die trennenden Wände zum Wohnbereich einreißen zu lassen. So und ähnlich investieren nicht nur die Besserverdienenden in das gewisse Extra in ihrer Küche. Auch Geringverdiener leisten sich ein hochwertiges Modell, das zeigt eine Studie von immowelt.de. Warum?

Die Küche ist zum Lebensmittelpunkt für Familie und Freunde geworden. Küche ist Essen, ist Geborgenheit, ist Gemeinschaft. Im 21. Jahrhundert werden soziale Kontakte zunehmend nach Hause verlagert. Verhaltensforscher sprechen von „Homing“ oder „Neuer Häuslichkeit“ und sehen darin eine Gegenbewegung zur Globalisierung mit einhergehender Vereinzelung und Verwahrlosung.

Runde KücheWie ist der Trend zur hochwertigen Küche noch zu erklären?

Zum einen sind immer mehr Frauen berufstätig, was dazu führt, dass die Hausarbeit geteilt wird und Männer auch in der Küche zum Zuge kommen. Dazu trägt die wachsende Zahl an Single-Haushalten ihren Teil bei: Männliche Singles sind nicht selten hervorragende Köche, vorzügliche Gastgeber und passionierte „Hobby-Wirte“.

Mit ihrer „eingeborenen“ Vorliebe für technischen Schnickschnack sind Männer denn auch für Geräteneuerungen besonders aufgeschlossen. Kein anderer Raum ist per se so „gerätelastig“ wie die Küche. Daher ist sie nicht nur für die Ingenieure, die Spaß am Erfinden und Austüfteln neuer Technologien haben, der Lieblingsort im Wohnbereich.

Männer haben meistens weniger Berührungsängste, wenn es um weiterentwickelte Funktionen wie Remote Control oder Vernetzung von Geräten geht. Sie protzen auch gerne mit der Hightech, die sie besitzen. Toll, wenn sie damit auch noch kochen können: Jammerschade, aber es sind doch vorwiegend Männer, die vormachen, dass es sexy ist, am Herd zu stehen, ja dass es einen nebenher auch noch zum Bestsellerautor macht!

Kochshows haben seit vielen Jahren Hochkonjunktur. Köche wie Jamie Oliver oder Attila Hildmann genießen Prominentenstatus. Parallel haben sie gutes Essen populär gemacht: Wer nachdenkt beim Einkauf und sich gesunde Ernährung leistet, ist hip. Zum nachhaltigen Lebensstil gehören nicht nur Lebensmittel in Bio-Qualität, sondern auch nachhaltig produzierte und gesunde Materialien bei der Kücheneinrichtung. Und die sind – wie gute Lebensmittel – einfach immer etwas teurer als billig produzierte.

Der Trend zur teuren Küche macht nicht zuletzt in puncto Haltbarkeit Sinn. Im Durchschnitt kaufen sich die Deutschen nämlich nur alle 15 Jahre eine neue Küche. Solange wenigstens sollte die ja dann auch halten und gut aussehen. Mit einer aus dünner Spanplatte könnte das schwierig werden ...

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