Schwarze Küchezeile mit vollflächigen deckenhohen Schranktüren und parallel freistehender Küchentheke

Küchenumzug: Lohnt sich das?

Wann lohnt es sich, beim Umzug die Küche mitzunehmen? Das hängt von vielen Faktoren ab. Am besten stellt man eine kleine Kosten-Nutzen-Rechnung auf, denn hier gibt es viele versteckte Kosten!

Damit sich der Aufwand des Küchenumzugs am Ende auch auszahlt, muss das Für und Wider im Detail abgewogen werden. Solche Überlegungen erübrigen sich natürlich, wenn du aus einer Wohnung ausziehst, in der die Einbauküche zum Inventar gehört, also Teil der Grundausstattung ist. In München ist es gang und gäbe, dass Wohnungen inklusive Einbauküche vermietet werden. Der Vorteil ist, dass der Vermieter für Ersatz oder Reparatur sorgt, wenn ein Einbaugerät o.ä. kaputt geht.

Auch in Berlin regelt das Berliner Wohnungsaufsichtsgesetz, dass zumindest eine Kochgelegenheit und eine Spüle in der Wohnung vorhanden sein müssen. Das kann aber auch sehr rudimentär sein und bloß aus einem Campingkocher oder zwei Herdplatten und einem einfachen Ausguss bestehen. Mit einer modernen, komplett ausgestatteten Küchenzeile ist nicht automatisch zu rechnen. Das verlangt das Gesetz auch nicht.

Regelt das Bundesland, dass zur Mietwohnung auch eine Küche gehört?

Wenn du also in ein anderes Bundesland ziehst, solltest du das als aller erstes recherchieren: Sind Küchen hier Teil der Wohnung? Es gibt im Internet leider keine tabellarischen Übersichten darüber, zumindest habe ich keine gefunden, wie es in den einzelnen Bundesländern geregelt ist. Spätestens bei der Wohnungsbesichtigung merkt man aber, ob eine Küche vorhanden ist oder nicht.

Aber das kann natürlich schon zu spät sein, weil man zu dem Zeitpunkt die alte Wohnung längst gekündigt hat. Und beim Kündigen sollte man dem Vermieter auch mitteilen, ob man die vorhandene, selbst angeschaffte, eingebaute Einbauküche gegen eine Abstandszahlung zurück lässt.

Welchen Ablöse-Preis darf man für eine alte Einbauküche veranschlagen?

Grundsätzlich lohnt es sich nicht, seine Einbauküche dem Höchstbietenden zu verkaufen. Die Gesetzeslage ist nämlich so, dass der Käufer das Recht auf eine Rückerstattung hat, wenn er bspw. mit Hilfe eines Fachmanns nachträglich feststellt, dass der Kaufpreis viel zu hoch gewesen ist. Zu viel gezahltes Geld kann sich der Geschädigte noch vier Jahre später zurückholen. Buchhalterisch wird eine Küche über zehn Jahre abgeschrieben, bedeutet: Nach fünf Jahren ist sie nur noch die Hälfte wert. Ablösegeschäfte, bei denen der Kaufpreis höher liegt als 50 Prozent über dem so berechneten Zeitwert, gelten als unzulässig.

Teure Küchen verlieren also sehr schnell an Wert. Und das kann auch der Grund sein, weshalb man sie lieber mitnimmt in die neue Wohnung als sie notgedrungen an den Nachmieter zu verscherbeln.

Grundfragen bei der Überlegung, die Küche mit umzuziehen

Die Mitnahme der alten Küche kann aber auch erhebliche Kosten verursachen – nicht nur dadurch, dass sie Zeit für die Demontage und den Transport benötigt. Aber auch das ist nicht zu vernachlässigen. Wichtig, vorher zu überprüfen, ist, wie aufwendig die Anpassung der Küche an die neue Raumarchitektur sein wird. Folgende Fragen können dabei helfen:

  1. Wie ähnlich sind sich alter und neuer Küchengrundriss? Stimmt die Raumarchitektur mit der der Küche weitestgehend überein, sind das schon mal gute Voraussetzungen.
  2. Sind die Herd- und Wasser-Anschlüsse ähnlich verteilt oder liegen ganz anders? Falls Leitungen neu verlegt werden müssten: Geht das überhaupt?
  3. Gerade in Fällen, in denen es sich um eine Inselküche mit Kochinsel handelt, muss vorher geprüft werden, ob Anschlüsse in der Raummitte vorhanden sind oder einfach zu verlegen.
  4. Ist die Raumhöhe ähnlich oder im besten Fall identisch? Das auszumessen ist besonders wichtig, wenn die Küchenschränke mit deckenhohen Türen ausgestattet sind oder sogar wandbündig eingebaut wurden.
  5. Gas- oder Stromanschluss? Wenn du vorher mit Gas gekocht hast und dementsprechend ein Gaskochfeld dein eigen nennst, muss in der neuen Wohnung entweder ein Gasanschluss vorhanden sein oder herdnaher Stauraum für eine Gasflasche.
  6. Welche Möglichkeiten gibt es, die alte Küche neu zu arrangieren – auch im Hinblick auf vorhandene Türen, Fenster oder Mauervorsprünge? Am besten ist, man zieht einen Küchenplaner zu Rate, und lässt sich einen Kostenvoranschlag unterbreiten. Vielleicht ist die ideale Person dieselbe, die die Küche damals eingebaut hat?
  7. Sind die Küchenelemente noch nachlieferbar, sodass sich evtl. auftretende Lücken schließen lassen? Was würde im Notfall ein Schreiner dafür nehmen, den Küchenschrank nachzubauen?
  8. Neben den Kosten, die man in Euro auflisten kann, solltest du auch nervliche Kosten mit einkalkulieren. Ein Küchenumbau – gerade, wenn man ihn, um es billig zu haben, selbst unternimmt – kann sehr viel Zeit verschlingen.

 

Sicher ist da noch der Einzelfall, wo man keine Kosten und Mühen scheut, weil die Küche ein Unikat aus seltenem Altholz ist oder eine sehr teure Markenküche, die zu verkaufen ein echtes Verlustgeschäft wäre. Trotzdem empfiehlt sich, im Detail zu überschlagen, welche Summen insgesamt auf dich zukommen. Vorher besser als nachher ärgern! Toitoitoi!

 

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