Zukunftsmusik in der Küche

Auch wenn die Deutschen schon im letzten Jahr rund 7,7 Milliarden Euro für neue Hausgeräte ausgegeben haben – der Immobilienboom treibt den Umsatz zusätzlich an –, hofft die Branche auf weiter steigende Verkaufszahlen. Grund zur Hoffnung: In vielen Haushalten stehen noch Kühlschränke und Waschmaschinen aus den 90er-Jahren. Sollten die nicht mal ausgetauscht werden? Zudem sind Geräte zu erwarten, die es so noch gar nicht gibt, Zukunftsmusik quasi.

Auch wenn die Deutschen schon im letzten Jahr rund 7,7 Milliarden Euro für neue Hausgeräte ausgegeben haben – der Immobilienboom treibt den Umsatz zusätzlich an –, hofft die Branche auf weiter steigende Verkaufszahlen. Grund zur Hoffnung: In vielen Haushalten stehen noch Kühlschränke und Waschmaschinen aus den 90er-Jahren. Sollten die nicht mal ausgetauscht werden? Zudem sind Geräte zu erwarten, die es so noch gar nicht gibt, Zukunftsmusik quasi.

Designidee

Das Design Lab von Electrolux beweist hier zum Beispiel immer wieder, was sich in puncto Hausgeräte noch alles erfinden lässt. Zum zehnten Mal in Folge haben mehrere hundert junge Designer von allen fünf Kontinenten ihre Entwürfe eingereicht, darunter so phantastische Ideen wie den “Aeroball” des polnischen Nachwuchsdesigners Jan Ankiersztajn. Die filigranen Kugeln verbessern schwebend die Raumatmosphäre, indem sie die Umgebungsluft reinigen und filtern, auf Wunsch auch mit Düften versetzen. Gestaltet nach Vorbildern aus der Natur, absorbiert ihre Außenhaut das Tageslicht und leuchtet im Dunkeln wie ein Glühwürmchen. Das gibt den Räumen, in denen sie schweben, auch noch eine ganz außergewöhnliche Anmutung.

“Easystir” wird einfach in den Topf gestellt und rührt für die Köchin um. Da die Erfindung die magnetische Energie des Induktionskochfelds nutzt, spart es Zeit und Geld, denn es braucht keine zusätzlichen Batterien und muss nicht aufgeladen werden. Easystir passt sich automatisch nahezu jeder Topfgröße an, ist handlich und spülmaschinentauglich. Die Umrühr-Geschwindigkeit kann stufenlos eingestellt werden. Designt wurde “Easystor” von der norwegischen Designhochschülerin Lisa Frodadottir Låstad.

Lisa Frodadottir Låstads Easystir /Electrolux Design Lab 2012. (Foto: Electrolux)

Auch beim Hausgeräte-Hersteller Bauknecht fragt man sich, wie wir in Zukunft leben wollen. “Designstudien können als Inspiration für vollkommen neue Produktgenerationen dienen, die sich grundsätzlich von den heute bekannten Haushaltsgeräten unterscheiden”, so Marten van der Mei, Director Marketing Bauknecht.

Die Designstudie Fireplace setzt den Trend und den Wunsch nach mehr Gemeinsamkeit und Interaktion beim Kochen und Essen konsequent um. Fireplace ist die moderne Interpretation der zentralen Stelle im Haus, an der Menschen zusammenkommen, um sich auszutauschen, zu kochen und zu essen. Die Designidee besteht aus einem multifunktionalen Tisch mit digitaler Feuerstelle bzw. Kochzone, auf der Lebensmittel schonend mit Lichtwellen gegart werden. Die Haube darüber ist in der Lage, die Luft zu reinigen und zu desinfizieren, Düfte auszuströmen und, je nach Situation, die Szene in helles Arbeits- oder gedämpftes Stimmungslicht zu tauchen. Außerdem verfügt die Haube über eine Kamera, welche zusammen mit den Sensoren in der Kochmulde Lebensmittel erkennt und automatisch die richtige Zubereitungsart einstellt.

Fireplace besteht aus einem multifunktionalen Tisch mit digitaler Feuerstelle/Kochzone und aus einer Haube, die für Luftaustausch und unterschiedliche Licht-/Duftstimmungen sorgt. (Foto: Bauknecht Hausgeräte)

Kernidee von FreshConnect ist die Verwendung von Kühlbehältern, die exakt auf die Bedürfnisse bestimmter Lebensmittel abgestimmt sind. Die Kühlung erfolgt dabei über eine zentrale Anlage. (Foto: Bauknecht Hausgeräte)

Bauknechts Designstudie „FreshConnect“ erfindet nicht nur eine neue Form der Aufbewahrung von frischen Lebensmitteln zu Hause. Tatsächlich steht dahinter eine Konzeptidee, die auch die Erzeugung und den Transport von Lebensmitteln mit einschließt. Kernidee von FreshConnect ist die Verwendung von Kühlbehältern, die exakt auf die Bedürfnisse bestimmter Lebensmittel abgestimmt sind. Die unterschiedlichen Vorräte lagern nicht mehr zusammen in einem großen Kühlschrank, sondern für sich in einer Atmosphäre, die in Temperatur und Luftfeuchtigkeit exakt auf das jeweilige Lebensmittel abgestimmt sind. Diese Kühleinrichtungen können gemäß der Bedürfnisse ihrer Benutzer zusammengestellt werden: mehr oder weniger Platz für Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Getränke – alle frischen Lebensmittel werden bestmöglich und sichtbar aufbewahrt. Die Kühlung erfolgt dabei über eine zentrale Anlage, die sich auch mehrere Wohnungen teilen können und die somit eine neue Stufe in der Energieeffizienz für Kühleinrichtungen erreicht.

Die Möglichkeiten, die sich aus der Designstudie FreshConnect ergeben, könnten bei Verbrauchern auf große Resonanz treffen: Gemäß der aktuellen Bauknecht Studie wünschen sich 66 Prozent der Befragten mehr Energieeffizienz für ihre Geräte, 60 Prozent würden Geräte kaufen, die miteinander vernetzt sind und dadurch Synergien nutzen und 41 Prozent könnten sich vorstellen, in einem speziellen Bereich der Küche frische Kräuter anzubauen. Insgesamt sieht das Bauknecht Design Team die Studien Fireplace und FreshConnect als Denkanstoß für die Küchen der Zukunft.

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